Die Gründe für die Anschaffung eines bestimmten Haustieres sind, wenn man mal ehrlich ist, meistens oberflächlicher Natur. Man kauft sich ein Tier, weil es z.B. so süß aussieht oder sehr zahm wird.

Bei Jugendlichen spielt oft eine Rolle, was „cool“ ist, daher finden sich immer häufiger auch Spinnen oder Reptilien im Kinderzimmer wieder. Leider gerät dabei oft in den Hintergrund, was für ein Tier man da überhaupt pflegt. Dass ein Hamster nachtaktiv ist, wissen vielleicht die meisten Menschen noch, aber anders sieht es schon aus, wenn man Kaninchenhalter mit der Tatsache konfrontiert, dass ihr Hoppel ein Fluchttier ist und womöglich nicht so gerne geschmust werden will, wie es den Anschein hat.

Das Problem ist meistens, dass unsere menschlichen Denk- und Verhaltensweisen auf das Haustier projiziert werden. Dabei kann dasselbe Verhalten etwas ganz anderes bei dem Tier bedeuten. Die meisten Menschen beispielsweise deuten Augenschließen bei Tieren als Zeichen von Wohlbehagen. Dies ist aber längst nicht bei allen Tieren so. Bei Echsen z.B. ist genau das Gegenteil der Fall, sie fühlen sich gestresst oder gar bedroht. Bitte setzen Sie sich, um Missverständnisse zu vermeiden, mit der Körpersprache des jeweiligen Tieres auseinander. Überlegen Sie auch, wie Sie selber auf ihr Tier wirken. Viele Tiere fühlen sich z.B. bedroht, wenn man sich von oben über sie beugt oder hektische Bewegungen macht.

Bei vielen Haltern ist es zum Glück mittlerweile angekommen, dass ihr Wellensittich oder ihr Meerschweinchen Gesellschaft braucht. Manche meinen es jedoch dann wieder zu gut und möchten auch Tiere, die eigentlich Einzelgänger sind, vergesellschaften, weil sie ja sonst einsam sein könnten. Dies kann jedoch bei manchen Einzelgängern (z.B. Hamstern) böse Folgen haben. Die wenigsten wollen leider wahrhaben, dass ihr süßes Haustier auch ein gnadenloser Killer sein kann.

Auch beim Futter werden viele Fehler gemacht. Viele Halter bieten einfach handelsübliches Futter an. Doch dies ist nicht immer gesund. Kaninchen-Trockenfutter beinhaltet beispielsweise häufig Getreide, welches überhaupt nicht für den Verdauungstrakt der Tiere geeignet ist. Nur, weil ihr Tier das Futter gerne frisst und nicht gleich davon krank wird, heißt es nicht, dass es auf Dauer gesund ist. Informieren Sie sich daher gut, wie das natürliche Nahrungsspektrum ihres Tieres aussieht und versuchen Sie, dieses nachzuahmen.

Es ist grundsätzlich anzuraten, nicht nur Haltungsratgeber zu studieren, sondern sich auch zu informieren, wie die Tiere, die man pflegt, eigentlich in freier Wildbahn leben: Was fressen sie? Wie ist das Sozialverhalten der Tiere? Wie ist die Vegetation und das Klima dort, wo sie leben?

Wenn man solche Fragen beantworten kann, leitet sich daraus die Haltung fast von selbst ab. Man sollte natürlich trotzdem offen gegenüber Tipps von erfahreneren Haltern sein, aber sich nicht nur an eine Informationsquelle halten und sich auch immer seine eigenen Gedanken machen.

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