Der Degu (Octodon degus)

Beschreibung: Die aus Chile stammenden Nagetiere gehören der Gattung der Strauchratten an. Diese zählen zur Unterordnung der Meerschweinchenverwandten (Caviomorpha).

Degu
 Foto: Degu (aboutpixel.de - Zanthia22)

Degus werden im Schnitt 15 cm groß, zusätzlich kommt noch ein Schwanz von einer Länge von etwa 13 cm hinzu. Ihr Gewicht liegt bei 200-300 Gramm. Wildlebende Degus haben ein braun-schwarzes Fell (agoutifarben), ihr Bauch ist heller gefärbt mit braunen, grauen und weißen Farbanteilen. Der Schwanz ist behaart. Im Gegensatz zu Ratten haben sie einen abgerundeten Kopf. Die großen Ohren sind ovalförmig. Degus haben einen ausgeprägten Gehör- und Geruchssinn. Sie haben vier nachwachsende Nagezähne mit einer gelblich-orangenen Zahnschmelzauflage.

Degus leben in großen Kolonien von mehreren hundert Tieren. Unter der Erde halten sich die Nager in komplizierten Höhlensystemen auf. Zur Nahrungssuche verlassen sie ihr unterirdisches Reich. Degus ernähren sich vorwiegend von pflanzlicher Kost. Degus sind Tiere mit einem ausgeprägten Sozialverhalten. Zur Verständigung bedienen sie sich einer eigenen Lautsprache, die ein großes Spektrum aufweist. Degus neigen schnell zu Diabetes, daher wurden sie zunächst von amerikanischen Wissenschaftlern zu Forschungszwecken gehalten. Die ersten Degus gelangten 1975 in deutsche Zoos. Erst Mitte der 90er-Jahre wurde der Degu auch als Haustier „entdeckt“.

Verbreitung: Die natürliche Heimat der Degus ist Chile. Ihr Verbreitungsgebiet dort reicht von der Región del Maule im Norden bis hin zur im Süden des Landes gelegenen Region Atacama. In den Westabhängen der Anden sind sie bis zu einer Höhe von 1200 Metern anzutreffen. Ihr Lebensraum ist von felsigen Strauchlandschaften geprägt. Das Klima ist mediterran.

Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 4-5 Jahren. Möglich sind aber auch 6-8 Jahre, im Internet wird sogar von einzelnen Degus berichtet, die 12 Jahre alt geworden sind.

Haltung: Da Degus von Natur aus sehr gesellige Tiere sind, sollten sie niemals alleine gehalten werden, sondern mindestens zu zweit. Die Gruppen sollten am besten aus gleichgeschlechtlichen Tieren bestehen oder einem kastrierten Männchen und mehreren Weibchen.

Als Mindestmaße empfiehlt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) für zwei Degus eine Größe von 100x50x100 cm. Viele Halter sind jedoch der Meinung, dass dies noch nicht ausreichend ist und raten zu größeren Degu-Behausungen. Generell gilt: Je größer, umso besser für die quirligen Degus, die einen starken Bewegungsdrang haben.

Die im Handel angebotenen Käfige sind leider meistens unzureichend für eine artgerechte Degu-Haltung. Degus können sich durch alles durchbeißen, was nicht niet- und nage(l)fest ist, sogar der Ausbruch durch die Plastikbodenwanne eines handelsüblichen Käfigs ist möglich.

Besser eignen sich Terrarien, da diese aus Glas bestehen und somit keine Angriffsfläche für die großen Zähne der Degus bieten. Diese haben zudem den Vorteil, dass die Degus nicht an den Gitterstäben nagen. Jedoch muss man auch hier wieder darauf aufpassen, dass die Degus keine Stellen finden, wo sie sich hindurch nagen können. Bei Terrarien können die Lüftungsgitter aus Aluminium sowie die Kunststoffschienen der Glasscheiben zum Objekt der Nageleidenschaft werden.

Auch Aquarien sind für die Unterbringung von Degus bedingt geeignet, jedoch muss dann die handelsübliche Abdeckung durch ein luftdurchlässiges Gitter-Konstrukt ausgetauscht werden. Der Nachteil bei Aquarien ist auch, dass man von oben hineingreifen muss, was eine Bedrohung für die Nager darstellt

An Käfigen, Aquarien und Terrarien müssen aufgrund der genannten Probleme daher meistens Änderungen vorgenommen werden. Wer etwas handwerkliches Geschick hat, kann auch selber eine Degu-Behausung zu bauen, bei der nur nagefeste Materialien verwendet werden.

Häufig werden auch Volieren für die Unterbringung von Degus genutzt. Diese dürfen aber nur aus Metall gefertigt sein, damit die Nager nicht ausbrechen können.

Ein Degu-Heim sollte durch das Anbringen von Zwischenetagen in verschiedenen Höhen einen großen Bewegungsspielraum bieten.Dabei ist darauf zu achten, dass die Degus nicht tief stürzen können. Weitere Klettermöglichkeiten werden durch Äste, Wurzeln, Steine usw. geschaffen. Auch Hängematten sind bei den Degus sehr beliebt. Rückzugsmöglichkeiten sollten in Form von Höhlen und Häuschen bereit gestellt werden.. Als zusätzliches Bewegungs-Angebot sollte ein Laufrad zur Verfügung stehen. Viele im Handel erhältlichen Laufräder bergen jedoch hohe Sicherheitsrisiken in sich. Insbesondere ist darauf zu achten, dass es aus Holz oder Metall besteht und eine geschlossen Lauffläche aufweist. Bei allen verwendeten Materialien ist darauf zu achten, dass sie unschädlich sind. Grundsätzlich sollten die Einrichtungsgegenstände nie aus Plastik bestehen.

Da Degus gerne buddeln, sollte in die Degu-Behausung ein Einstreu in Höhe von mindestens 10 cm eingefüllt werden. Als Substrat eignen sich Maisstreu, Hanfeinstreu, Leineinstreu (gut für Allergiker) und Holzstreu. Es sollte kaum stauben.

Degus brauchen für die Körper- und Fellpflege außerdem eine Möglichkeit zum „Sandbaden“. Das Sandbad kann eine Schale sein, in die Chinchilla-Sand gefüllt wird.

Eine regelmäßige Reinigung des Degu-Käfigs sollte selbstverständlich sein. Wie oft eine Reinigung erforderlich ist, hängt von der Größe und Anzahl der Degus ab. Meistens muss der Degu-Käfig alle 1-2 Wochen gründlich sauber gemacht werden.

Ein Freilauf im Zimmer ist wünschenswert, jedoch sollten dann alle Gefahren ausgeschaltet werden. Besonders Kabel stellen eine Gefahr für die nagewütigen Tiere dar. Auch möglicherweise giftige Pflanzen und Wasserbehältnisse, wie Gießkannen, sollten vorher aus dem Raum entfernt werden.

Ernährung: Es sollte ständig Heu zur Verfügung stehen. Heu stellt übrigens auch das Grundnahrungsmittel der Degus dar. Das übrige Futter sollte aus Kräutern, Blüten, Gräsern und getrocknetem Gemüse bestehen und wird in einer Futterschale angeboten. Diese sollte weiter oben im Käfig platziert werden, damit sie nicht den Buddelaktivitäten der Degus zum Opfer fällt. Wegen der Neigung zu Diabetes darf das Futter kein Zucker und Fett (auch nicht in Form von Honig) enthalten. Daher sollte auch auf das Verfüttern von Obst verzichtet werden. Da die im Handel erhältlichen Futtermischungen oft nicht den Ansprüchen gerecht wird, ist es sinnvoll, das Futter selber zu mischen.

Zudem sollte immer frisches Wasser für die Degus bereit stehen. Diese sollten aus den o.g. Gründen ebenfalls eine Etage weiter oben angebracht werden. Wasserflaschen sind auch möglich, jedoch sollte auch hier wieder darauf geachtet werden, dass die Halterungen aus einem nagefesten Material bestehen.

Haltung/Zucht: Degu-Weibchen werden etwa im Alter von zwei Monaten geschlechtsreif, Degu-Männchen einen Monat später. Zum Werbeverhalten des Männchens gehört es, das Weibchen ausgiebig zu beknabbern und zu beschnüffeln. Etwa alle zwei bis drei Wochen ist die Degu-Dame paarungsbereit. Eine Paarung erkennt man daran, dass sich die Partner danach die Genitalien ablecken. Aufreiten und Trillerlaute kommen auch im Rahmen einer „Freundschaftsgeste“ vor. Nach erfolgreicher Paarung ist das Weibchen etwa 90 Tage lang trächtig. Zum Ende der Trächtigkeit wird das Nest durch das Herbeischaffen von Nistmaterial, wie z.B. Heu, vorbereitet. In der Regel bringt sie vier bis sechs Jungtiere zur Welt. Die kleinen Degus sind bei der Geburt bereits voll entwickelt, d.h. ihre Augen sind bereits geöffnet, sie haben Fell und sie können bereits laufen, Auch die anderen Degus kümmern sich gemeinsam um den Nachwuchs, obwohl sie nicht die Eltern sind. Ab der zweiten Woche, nehmen sie allmählich auch festes Futter auf. Vier Wochen lang werden die Degu-Kinder von der Mutter gesäugt.

 

 

 

 

 

 

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