Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) 

Kurzbeschreibung: Der Wellensittich gehört zur Klasse der Vögel, zur Ordnung der Papageien und zur Unterfamilie der Plattschweifsittiche. Seinen Namen hat er wegen des wellenförmigen Musters seines Gefieders bekommen, wobei das Gefieder bei Männchen und Weibchen gleich ist.

Wellensittich
Foto: Wellensittich (aboutpixel.de - Gyross)

Das ursprüngliche Erscheinungsbild von Wellensittichen sieht folgendermaßen aus: Das Gefieder ist grün, das Gesicht gelb. Inzwischen gibt es viele verschiedene Farbschläge. Diese werden Mutationen genannt. Etwa seit dem Jahre 1850 wird der Wellensittich als Käfigvogel gezüchtet. Er besitzt die besondere Fähigkeit, einzelne Wörter oder kurze Sätze nachsprechen zu können, beziehungsweise Melodien nachzupfeifen. Das Gewicht eines Wellensittichs beträgt ungefähr 30 Gramm, die Maße vom Schnabel bis zur Schwanzspitze etwa 16 bis 20 Zentimeter. Wilde Wellensittiche leben in Schwärmen und suchen gemeinsam Futter am Boden sowie Wasserstellen in ihren heißen Heimatgefilden.  


Verbreitung:
Die Heimat des wildlebenden Wellensittichs sind die weiten Steppen Australiens. Dort soll er von dem Strafgefangenen und Künstler Thomas Watling entdeckt worden sein, der Banknoten gefälscht hatte und deshalb nach Australien strafversetzt wurde. Auch in Florida gibt es verwilderte Wellensittiche. Küstenregionen werden von den Vögeln gemieden. Mittags und nachts leben sie in der freien Wildbahn in Baumkronen, um Schutz vor Hitze zu suchen. 

Lebenserwartung: Die Lebenserwartung von Wellensittichen hängt in starkem Maße davon ab, ob die Tiere in Käfighaltung leben oder in der freien Wildbahn. Wilde Wellensittiche werden nur rund drei bis vier Jahre alt, während die domestizierten Artgenossen sogar ein Alter von bis zu 16 Jahren erreichen können.  

Haltung: Da Wellensittiche in der freien Natur in Schwärmen leben, brauchen sie auch bei der Käfighaltung unbedingt mindestens einen Artgenossen, sonst werden sie extrem unglücklich und verkümmern seelisch. Es ist daher zumindest Paarhaltung anzuraten. Von den gehaltenen Tieren sollte mindestens eines ein Männchen sein. Es können auch zwei Männchen zusammen gehalten werden, während sich zwei Weibchen in der Regel schlecht vertragen. Unbedingt notwendig für die Haltung ist ein Käfig, der so groß wie möglich ist - am besten eine sehr große Zimmervoliere. Diese sollte mindestens einen Quadratmeter Grundfläche, am besten noch zwei Quadratmeter haben. Der Käfig sollte in Tischhöhe stehen und vor Zugluft geschützt sein. Wichtig sind ausreichend Möglichkeiten zum Klettern. Zum Wetzen des Schnabels brauchen die Tiere unbedingt einen Mineralstein. Auch Einstreu ist nötig, am besten eignet sich dazu grober Sand. Achtung - bei Küchenrolle, Papiertaschentüchern oder Zeitungspapier besteht Erstickungsgefahr. Außerdem brauchen die Vögel ein Badehaus, einen Napf, eine Wassertränke, Tageslichtlampen aus dem Fachhandel und Stangen aus Holz. Statt Spielzeug kann man den Tieren auch sehr gut Obstbaumzweige anbieten. 

Ernährung: Am besten verfüttert man eine Körnermischung aus dem Fachhandel. Auch kleine Stückchen von Obst und Gemüse wie Äpfel oder Karotten können angeboten werden. Sehr gut vertragen Wellensittiche Hirse ebenso wie Quark.  

Fortpflanzung/Zucht: Ein Weibchen legt etwa vier Eier und zieht sich zum Brüten gemeinsam mit dem Männchen in der freien Natur in einen alten, ausgehöhlten Baumstamm zurück. Das Männchen kümmert sich während der Brutzeit von rund 18 Tagen um die Versorgung des Weibchens. Dann schlüpfen die Jungtiere und kommen als Nesthocker zur Welt. Flügge sind sie im Alter von rund fünf Wochen. In Gefangenschaft wollten sich die Tiere zunächst einfach nicht vermehren - bis Wissenschaftler herausfanden, dass sie Hohlräume zum Brüten brauchen und ihnen diese zur Verfügung stellten. Erst dort kann die Produktion von Eiern beim Weibchen stattfinden. 

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