Für die meisten Hundehalter sind Hundehaare auf Fußboden, Möbeln und Kleider ein vertrauter Anblick. Besonders zum Fellwechsel, der im Frühjahr und im Herbst stattfindet, muss man keinen Putzfimmel haben, um täglich zum Staubsauger zu greifen oder die Kleiderbürste herauszuholen. So lange diese Phasen extremen Haarverlustes zeitlich begrenzt sind und das Fell einen gesunden Eindruck macht, müssen Hundehalter sich meistens keine Sorgen machen.

Auch gibt es hinsichtlich des Haarverlustes rassebedingte sowie individuelle Unterschiede. Dadurch, dass Hunde sich mittlerweile vorwiegend innerhalb geschlossener Räume aufhalten und sie somit weniger von den jahreszeitlich bedingten Veränderungen (z.B. Temperatur und Lichtintensität) mitbekommen, zieht sich der Fellwechsel oft über das ganze Jahr hin.

Wenn zum starken Haarausfall jedoch noch eine negative Veränderung der Fellbeschaffenheit hinzukommt (z.B. struppiges oder glanzloses Erscheinungsbild), sich beim Hund Juckreiz einstellt oder Schuppen, Ekzeme oder gar kahle Stellen auftreten, sollte ein Tierarzt konsultiert werden.

Die Gründe für Haarausfall bei Hunden sind vielfältig. Meistens stecken vergleichsweise harmlose Gründe dahinter, es gibt aber auch schwere Erkrankungen, die mit Haarausfall einhergehen. Nicht selten ist ein Parasitenbefall die Ursache von Haarausfall, der mit Jucken und Hautveränderungen einhergeht. Besonders Milben (z.B. Demodexmilben) treiben gerne im Haarkleid des Hundes ihr Unwesen. Eine Behandlung kann oft lange dauern bis alle Ektoparasiten beseitigt sind. Da Hunde oft allergisch auf den Speichel von Flöhen reagieren, kann es auch bei einem Flohbefall zu Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall kommen. Des Weiteren kann ein Pilzbefall die Ursache für lokal begrenzten Haarausfall sein (insbesondere kreisrunder Haarausfall).

Auch Endoparasiten können zu Haarausfall führen. Hier ist insbesondere die gefürchtete Leishmaniose zu nennen. Diese durch Sandmücken verbreitete Erkrankung, von der vorwiegend Hunde aus dem Mittelmeerraum betroffen sind, zeigt sich äußerlich oft durch Hautläsionen und Haarverlust.

Eine weitere Ursache für Haarausfall bei Hunden sind Störungen des Hormon- oder Stoffwechselhaushalts (z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Nierenerkrankungen). Hormonbedingter Haarausfall tritt zwar häufiger bei Hündinnen auf (oft nach einem Wurf) aber auch Rüden können betroffen sein. Besonders nach Kastrationen kann es zu einer Veränderung des Fells kommen.

Bei auftretenden Veränderungen an Fell oder Haut muss auch an Futtermittelunverträglichkeiten und Allergien gedacht werden. Auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen ist möglich, jedoch bei der Ernährung durch handelsübliches Alleinfutter für Hunde unwahrscheinlich, da die Hersteller den Nährstoffbedarf in ihren Produkten in der Regel vollständig abdecken. Es könnte aber sein, dass der Hund durch Erkrankungen des Magen-/Darmtrakts Probleme mit der Aufnahme bestimmter Nährstoffe hat. Hundehalter, die die Mahlzeiten ihrer Vierbeiner selber zusammenstellen (z.B. beim BARFEN), laufen ebenfalls Gefahr, dass ihre Hunde mit Vitaminen oder Mineralien unter- oder überversorgt werden, weil sie die Mengen beispielsweise nicht korrekt berechnen oder einseitig ernähren.

Nicht zuletzt kann lokaler Haarausfall bei Hunden auch psychosomatische Ursachen haben. Hunde, die beispielsweise gestresst oder nicht ausgelastet sind, neigen häufig dazu, bestimmte Partien ständig zu belecken. So kann es zu einer regelrechten „Leckdermatitis“ kommen.

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