Unter Hundehaltern herrscht häufig Unsicherheit und Unstimmigkeit darüber, wie sie sich bei Hundebegegnungen zu verhalten haben.

Bei Begegnungen zwischen zwei angeleinten Hunden wird es vielfach so gehandhabt, dass man sich kurz über die Entfernung austauscht, ob eine Kontaktaufnahme erwünscht ist („Einmal schnuppern?..“).

Aber auch wenn die Konstellation stimmt und beide Hunde verträglich sind, ist es zweifelhaft, ob der Kontakt zwischen angeleinten Hunden überhaupt Sinn macht. Oft „erlaubt“ Herrchen oder Frauchen ein kurzes Schnuppern und dann wird der Vierbeiner weitergezogen. Ein vernünftiges Kommunizieren zwischen den beiden Tieren ist in der Kürze gar nicht möglich.

Zudem wird an der Leine die Kommunikation „verfälscht“. Eventuell kann es sogar passieren, dass die Leine die Körperhaltung des Hundes verändert, so dass dieser ein falsches Signal sendet (z.B. Angriffslust), was beim Gegenüber zu einer entsprechenden Reaktion führt. Zudem brauchen Hunde im Gegensatz zum Menschen Platz zum Kommunizieren. An der kurzen Leine wird der Hund in der Bewegung eingeschränkt, so dass er sich nicht richtig verständigen kann. Missverständnisse sind somit vorprogrammiert. Sich richtig kennenlernen oder gar spielen können die Hunde so schon gar nicht.

Besser ist es daher eigentlich, wenn beide Hunde unangeleint sind, so dass ihnen das komplette Bewegungsspektrum zur Verfügung steht.

Jedoch sollte man trotzdem, wenn ein Hund entgegenkommt, den eigenen Vierbeiner anleinen. Dies gilt besonders dann, wenn der andere Hund schon an der Leine ist. Man muss immer bedenken, dass der andere Hund möglicherweise nicht ohne Grund an der Leine ist. Er könnte beispielsweise einen extremen Jagdtrieb haben, krank sein oder sich nicht mit Artgenossen vertragen. Außerdem ist es auch für den Halter keine angenehme Situation, wenn der eigene Hund durch die Leine eingeschränkt ist, während der andere frei um diesen herumläuft.

Am besten daher immer, wenn beide Halter ihre Hunde vor einer Begegnung erst anleinen und erst nach Kommunikation mit dem Gegenüber eventuell wieder ableinen.

Ein häufiges Problem  ist auch, dass Hundehalter ihren eigenen Hund nicht richtig einschätzen können. Nicht selten kommt es zu Attacken auf einen anderen Hund, gefolgt von einem entsetzten Aufschrei von Frauchen oder Herrchen: „Das hat er doch noch nie gemacht“. Auch wenn der Hund bisher immer friedlich bei Hundebegegnungen war, sollte man nicht vergessen, dass jede Konstellation anders ist. Wichtig ist daher vor allen Dingen, dass man die Körpersprache von Hunden kennt. Eine angespannte Körperhaltung, aufgestellte Nackenhaare oder ein starrer Blick sollte einem als Hunde-Halter schon ein deutliches Warnsignal sein.



 

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