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US-amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass das geschlechtsspezifische Verhalten bei Mäuseweibchen an ein Sinnesorgan gekoppelt ist. Dieses Organ befindet sich in der Nasenscheidewand der Mäuse. Weibchen, denen dieses sogenannte vomeronasale Organ fehlt, verhalten sich wie ihre männlichen Artgenossen.

Sie kümmern sich nicht um ihren Nachwuchs, sondern legen stattdessen das für Mäusemännchen typische Balzverhalten an den Tag. Sogar das Besteigen anderer Mäuse kam vor. Dabei war es den Weibchen egal, ob das Opfer der Begierde männlich oder weiblich ist.

Für das Forscherteam um Catherine Dulac und Tali Kimchi vom Howard Hughes Medical Institute zeigt dieses Verhalten, dass im Gehirn aller Mäuse sowohl männliches als auch weibliches Verhalten verankert ist. Bisher hatte man bestimmte Gehirnstrukturen für das geschlechtstypische Verhalten verantwortlich gemacht. Es scheint nun aber so, dass das Sexualverhalten der Mäuse durch Hormone und die Verarbeitung von Duftstoffen gesteuert wird. Bei Weibchen, denen das vomeronasale Organ fehlt, kommt das männliche Verhalten zur Ausprägung. Dadurch, dass sie die Duftstoffe ihrer Artgenossen nicht richtig auswerten können, sind Sie außerdem nicht in der Lage zu unterscheiden, ob die anderen Mäuse männlich oder weiblich sind.
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