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Kaninchen sind reine Vegetarier und benötigen aufgrund ihrer Anatomie über den Tag verteilt mehrere energiearme Mahlzeiten. Der wichtigste Nahrungsbestandteil sind Rohfasern, wie sie vor allem in Heu enthalten sind. Die handelsüblichen Trockenfuttermischungen werden dem nicht gerecht, denn sie beinhalten zu viele Nährstoffe und Kalorien und kaum etwas, was Kaninchen tatsächlich benötigen.

 

Die Bestandteile von Trockenfuttermischungen können nur schwer verdaut werden und führen zu Verfettung. Der dünnwandige, kaum bemuskelte Stopfmagen der Kaninchen ist nicht zum eigenständigen Weitertransport schwerer Nahrung ausgerichtet, und ein Mangel an rohfaserhaltiger, gut verwertbarer Nährstoffe führt zu Verdauungsproblemen, Blähungen und Übergewicht. Kaninchen sind außerdem auf den Erhalt des PH-Wertes der Darmflora angewiesen, der üblicherweise im Bereich 8-9 liegt. Durch Fehlernährung wird der PH-Wert herabgesetzt, was gesundheitliche Probleme zur Folge hat.

Ein weiterer wichtiger Ernährungsfaktor ist die notwendige Abnutzung der Zähne, da diese ein Leben lang wachsen. Die im handelsüblichen Kaninchenfutter enthaltenen Pellets weichen am Gaumen auf und eignen sich keineswegs zur Zahnabnutzung. Getreidekörner tragen ebenso wenig dazu bei, zudem sind sie zu nährstoffreich und überfordern das Verdauungssystem.

Kaninchen brauchen vor allem Rohfasern und ständig frisches Trinkwasser. Der Rohfaserbedarf wird durch die Gabe von Heu gedeckt. Auf dem natürlichen Speiseplan stehen auch Gräser, Kräuter und Gemüse. Verträgliche Gemüsesorten sind beispielsweise Möhren, Salat, Fenchel, Sellerie und Kohl. Obst kann gelegentlich und in Maßen gefüttert werden. Frische Zweige werden gerne angenagt und dienen wie das Zermahlen von Heu der Abnutzung der Zähne. Ein gutes Mischverhältnis sind 80% Heu und 20% Frischfutter. Beides sollte immer in großzügiger Menge zur Verfügung stehen, da Kaninchen sich von Natur aus das qualitativ Hochwertigste heraussuchen und den Rest verschmähen. Keinesfalls sollten sie gezwungen sein, die gesamte Futtergabe zu fressen. Reste von Heu und Frischfutter sind daher regelmäßig zu entfernen und durch neues Futter zu ersetzen.

Bei einer Umstellung der Ernährung ist Vorsicht angesagt. Wurde bisher Trockenfutter gegeben, muss sich der Verdauungstrakt erst langsam auf Heu und Frischfutter umstellen. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen sollte das Trockenfutter nach und nach reduziert und durch artgerechte Nahrung ersetzt werden. So gelangt die Darmflora wieder in ihr natürliches Gleichgewicht, und der Verdauungstrakt lernt, das ungewohnte Futter zu verarbeiten.

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