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Im Frühling, wenn die Natur wieder zu neuem Leben erwacht, es überall grünt und sprießt, werden Wald und Wiese wieder zur Gourmet-Küche für Wildtiere. Während diese sich nach Belieben an den Köstlichkeiten der Natur bedienen können, sind Haustiere auf ihre Besitzer angewiesen, um in den Genuss des reichhaltigen und vielfältigen Angebotes zu kommen.

Insbesondere Nager, Kaninchen, Vögel, aber auch pflanzenfressende Reptilien wie Schildkröten oder Leguane kann man artgerechter ernähren, indem man regelmäßig Wildkräuter anbietet. Diese sind zumeist gesünder und bekömmlicher als Fertigfutter und Salat aus dem Supermarkt. Viele Pflanzen haben sogar eine heilende Wirkung und können somit bei bestimmten Erkrankungen unterstützend eingesetzt werden. Sie schonen nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern unterstützen die Gesundheit ihres Tieres.

Augen auf beim Kräutersammeln

Wer den Willen und die Möglichkeit hat, für seinen Liebling bei Mutter Natur einzukaufen, sollte jedoch einiges beachten. Einige harmlose Wildkräuter haben giftige Doppelgänger. Es ist ratsam, sich ein Bestimmungsbuch zu kaufen. Füttern Sie nur Kräuter, bei denen Sie sich absolut sicher sind, dass sie für Ihr Tier ungiftig sind. Achten Sie auf kennzeichnende Eigenschaften, die das gesuchte Kraut von ähnlichen Giftplanzen unterscheidet. Aber auch der Standort sollte berücksichtigt werden. Aufgrund der Schadstoffbelastung sollten keine Pflanzen vom Straßenrand gepflückt werden. In der Umgebung von Äckern, gedüngten Weiden sowie Bahngleisen, Mülldeponien und Industrieanlagen sollte ebenfalls nicht gesammelt werden.

Keine geschützten Pflanzen

Verboten ist außerdem die Entnahme von Pflanzen aus Naturschutzgebieten und von Privatgrundstücken (sofern Sie keine Erlaubnis vom Eigentümer haben). Erkundigen Sie sich außerdem, ob Ihre Pflanze unter Naturschutz steht. Im Internet können Sie den Schutzstatus einfach über die Seite des Bundesamtes für Naturschutz abrufen: http://www.floraweb.de/pflanzenarten/namenssuche.html
Aber auch, wenn die Pflanze und der Standort stimmt, so darf man die Pflanzen nicht in rauen Mengen abernten. Die entnommenen Mengen dürfen nicht über einen Handstrauß hinausgehen.

Selber anpflanzen

Wem das alles zu kompliziert ist, der kann auch Wildkräuter selber anpflanzen. Dafür bedarf es nicht mal zwangsläufig eines Gartens. Viele Wildkräuter können auch in Balkonkästen und Kübeln kultiviert werden. In vielen Gartenmärkten gibt es sogar speziell Samen beliebter und problemloser Futterpflanzen für einige Haustiere zu kaufen (z.B. Vogelmiere für Wellensittiche).
Kräuter können sowohl frisch als auch getrocknet verfüttert werden. Wer nicht selber trocknen möchte, kann auf Trockenkräuter aus dem Zoohandel zurückgreifen, die dort mittlerweile in verschiedenen Zusammenstellungen für viele Haustiere angeboten werden.

Beliebte Wildkräuter

Nachfolgend ein paar Beispiele für Wildpflanzen, die Sie Ihrem pflanzenfressenden Haustier kredenzen können:
Löwenzahn: Blätter und Blüten werden von vielen Tieren gerne verspeist. Eine gute Wahl - er enthält viele Vitamine.
Vogelmiere: Den Namen erhielt die Pflanze, weil sie sehr gerne von Vögeln gefressen wird. Vogelmiere lässt sich auch einfach im Blumentopf heranziehen.
Gänseblümchen: Gänseblümchen sind für Pflanzenfresser ebenfalls ein beliebter Leckerbissen. Alle Teile der Pflanze dürfen verzehrt werden.
Spitz-/Breitwegerich: Spitz- und Breitwegerich haben eine entzündungshemmende Wirkung. Wie der Name schon andeutet, wachsen sie vor allen Dingen an Wegrändern.
Giersch: Gesunder, vitaminreicher Leckerbissen. Beim Sammeln muss man jedoch aufpassen, da er einige giftige Doppelgänger hat, wie z.B. den Gefleckten Schierling.
Schafgarbe: Wer mit der Pflanze nicht vertraut ist, sollte auch hier genau hinschauen und vergleichen, da wie beim Giersch sonst Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen besteht.

Weitere beliebte Wildkräuter bei vielen Haustieren sind außerdem
Brennessel, Taubnessel, Kapuzinerkresse, Malve, Wicke, Zaunwinde, Himbeer-/Brombeerblätter, Hirtentäschelkraut, Wegwarte, Kornblumenblüten, Kamille, Portulak und viele mehr.

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