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Bislang zählte man Reptilien nicht zu den Intelligenzbestien im Tierreich. Im Gegenteil – oft gelten sie im Vergleich zu Vögeln und Säugetieren als primitiv. Aufgrund ihres urzeitlichen einfachen Gehirns werden ihnen kognitive Leistungen häufig abgesprochen. Ihr Verhalten sei rein instinktgeprägt. Zu verblüffenden Ergebnissen kam nun ein US-amerikanisches Biologenteam unter der Leitung von Professor Manuel Leal von der Duke University in North Carolina.


Die Forscher unterzogen sechs Smaragd-Anolen (Anolis evermanni) einem Intelligenztest. Den kleinen Echsen, die zur Unterordnung der Leguanartigen gehören, wurde ein Wurm vorgesetzt, der in einer Mulde unter einer Abdeckung versteckt wurde.


Vier der sechs Tiere entwickelten eine eigene Strategie, an das Futter zu kommen. Sie hoben entweder den Deckel mit ihrem Maul an oder bissen in die Abdeckung, um sie wegzuziehen.





Doch ein Smaragd-Anolis kann noch mehr: In einer zweiten Stufe wurde eine weitere Mulde mit einer andersfarbigen Abdeckung bedeckt, in der sich jedoch nichts befand. Die Echsen verblüfften auch hier: Sie suchten zielstrebig die Abdeckung auf, unter der sich der Wurm befindet, da sie sich offenbar die Farbe gemerkt hatten.

Dann testeten die Forscher, wie die Anolen auf einer Veränderung der Situation reagieren: Sie legten den Wurm in das Loch, das zuvor immer leer war. Zwei Echsen schafften es, sich an die veränderte Situation anzupassen und umzulernen. 

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