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Ein Aquarium mit verschiedenen bunten exotischen Fischen, die inmitten einer dekorativen Pflanzenwelt ihre Bahnen ziehen, schmeichelt dem Auge und wird oft vom Betrachter als beruhigend empfunden. Doch leider ziehen häufig früher oder später dunkle Wolken im Unterwasser-Paradies auf.

Besonders, wenn regelmäßig kranke oder gar tote Fische auftauchen, wird die Freude am Aquarium und den Bewohnern schnell getrübt, was nicht selten zur kompletten Hobbyaufgabe führt.

Ein schwerwiegender Fehler wird oft schon am Anfang gemacht: Das Aquarium wird vielfach gleich nach dem Einrichten und Befüllen mit Fischen besetzt.

Es ist aber sehr wichtig, dass ein neu gestartetes Aquarium über mindestens 2-3 Wochen eingefahren wird bis die ersten Fische eingesetzt werden. Beachtet man dies nicht, kann es passieren, dass zuviel gefährliches Ammonium/Ammoniak oder daraus entstandenes Nitrit im Wasser vorhanden ist. Erst nach und nach bilden sich Bakterien, die das Nitrit schließlich in harmloseres Nitrat umwandeln. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es ratsam, vor dem Einsetzen der Tiere den Nitrit-Wert zu überprüfen. Auch nach einem Filterwechsel sollte der Wert kontrolliert werden. Ein Alarmzeichen ist es, wenn die Fische beginnen, heftig zu atmen. Als Sofortmaßnahme sollten große Wasserwechsel vorgenommen werden.

 

Blauer Neon
Gesunder Blauer Neon (Paracheirodon simulans) im Aquarium - @ B. Petri

 

Man sollte außerdem wissen, dass im Wasser immer potentiell krankmachende Erreger wie etwa bestimmte Bakterien oder Pilze vorhanden sind, die sogenannte Faktorenkrankheiten wie etwa Bauchwassersucht auslösen können. Doch solange die Fische ein gesundes Immunsystem haben und/oder der Keimdruck nicht zu hoch ist, erkranken die Tiere daran normalerweise nicht. Ein sehr häufiger und einfach zu behebender Grund dafür, warum sich zu viele Keime im Aquarium tummeln, ist ein zu geringer oder zu seltener Wasserwechsel. Wie man sich einfach vorstellen kann, werden unerwünschte Stoffe auf diese Weise immer stärker konzentriert. Wieviel genau man wechseln sollte, darüber streiten die Experten. Ein grober Richtwert sind ca. 25-30 % wöchentlich.

Häufig wird auch zuviel Futter ins Becken gegeben, was die Wasserqualität zusätzlich verschlechtert. Es sollte nur 1-2 mal täglich soviel Futter gegeben werden, wie die Fische in wenigen Minuten vertilgen können.

Nicht zuletzt tummeln sich oft auch schlichtweg zu viele oder zu große Fische im Aquarium. Dies belastet nicht nur das Wasser, sondern ist auch ein Stressfaktor für die Tiere.

Damit die Fische über gute Abwehrkräfte verfügen, ist es außerdem essentiell, dass das Wasser die zur jeweiligen Fischart passenden Werte aufweist. Bevor man also Fische kauft, sollte man die Werte kennen. Entscheidend sind hier vor allen Dingen die Karbonathärte und der pH-Wert. Einen groben Überblick über die wichtigsten Werte bieten Streifentests, genauere Ergebnisse erhält man durch spezifische Tröpfchentests.

Möchte man unbedingt Fische halten, die aber nicht zu den eigenen Wasserwerten passen, so sollte das Wasser entsprechend aufbereitet werden (z. B. durch Ansäuerung den pH-Wert senken).

Leider werden häufig Fische, die ursprünglich aus saurem und weichen Wasser (z.B. Neons) mit Fischen, die sich eher in hartem Wasser (z.B. Guppys) wohlfühlen, vereint. Dies kann zwar je nach Robustheit der Fische und Stärke der Abweichung zu den „Wohlfühlwerten“ der Fische gut gehen, das Risiko sollte man aber den Tieren zuliebe nicht eingehen. Auch auf die richtige Temperatur sollte unbedingt geachtet werden.

Ein weiterer Faktor für ein schlechtes Immunsystem ist Stress. Die Fische sollten miteinander harmonieren. Hier kann es hilfreich sein, Erfahrungswerte anderer Aquarianer einzuholen, was die Kombination der ins Auge gefassten Fische angeht. Manche Fische wie etwa Betta splendens sind Einzelgänger, während viele andere in Gruppen gehalten werden sollten, damit sie sich wohlfühlen. Auch ein zu spärlich bepflanztes Aquarium kann die Tiere stressen, da sie sich nicht zurückziehen können.

Kommt es trotz aller Vorkehrungen zum Ausbruch einer Krankheit, so sollten kranke Tiere in ein separates Quarantäne-Becken gesetzt und dort behandelt werden, um eine Ansteckung der gesunden Tiere zu verhindern. Bringt die Behandlung keine Besserung, sollte der Fisch erlöst werden.

Auch Neuzugänge sollten am besten erst in einem Quarantäne-Aquarium beobachtet werden, bevor sie zu den anderen gesetzt werden.

Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter können mit der enthaltenen Huminsäure unterstützend gegen Krankheitserreger helfen. Durch häufigere Wasserwechsel kann die Keimzahl reduziert werden.

 

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