Hamburg, 18. März 2008 - Kaninchen und Meerschweinchen fühlen sich im Freiland am wohlsten. Mit den steigenden Temperaturen beginnt nun die richtige Zeit, um vorhandene Außengehege wieder herzurichten oder neue zu bauen. Im Handel erhältliche Käfige sind in der Regel viel zu klein und daher weder für die Freiland- noch für die Wohnungshaltung geeignet.
Die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN gibt wichtige Hinweise für die tiergerechte Freilandhaltung der Kleintiere. 

 "Schon Wochen vor dem Umzug ins Freie sollten die Tiere täglich etwas frisches aber trockenes Gras bekommen. So werden sie langsam an die Futterumstellung gewöhnt", erklärt Martina Schnell, Referentin für Heimtiere bei VIER PFOTEN.

Die Umsetzung ins Freiland sollte etwa Mitte Mai erfolgen, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Dabei gilt es zu bedenken, dass Meerschweinchen noch kälteempfindlicher sind als Kaninchen.

Kaninchen und Meerschweinchen reagieren besonders empfindlich auf Zugluft und Nässe. Deshalb brauchen die Tiere im Außengehege unbedingt einen wetterfesten Stall, ausgestattet mit doppeltem Boden. Er darf keinen direkten Kontakt zum Erdboden haben, denn nur so ist eine gute Luftzirkulation gewährleistet. Besonders wichtig ist der ständige Zugang zum Freigehege. Dabei gelten für zwei bis drei Kaninchen mindestens sechs bis zehn Quadratmeter und für zwei bis vier Meerschweinchen mindestens vier bis acht Quadratmeter. So können sich die Tiere ausreichend bewegen und warm halten. Der Bodengrund des Geheges sollte stets matschfrei sein. Rindenmulch leistet hier sehr gute Dienste.

Das Außengehege sollte sich in Sichtweise des Hauses befinden und ganztägig auch Schattenplätze bieten. Die Anlage muss ein- und ausbruchssicher sein, denn Kaninchen und Meerschweinchen haben zahlreiche natürliche Feinde wie Greifvögel, Marder, Katzen oder Füchse. Deshalb ist das Gehege von oben zu sichern und sollte auch mindestens 50 Zentimeter tief in den Boden eingelassen werden. 

Für eine artgerechte Tierhaltung ist Abwechslung im Gehege sehr wichtig. Die Tiere brauchen Versteckmöglichkeiten, Plätze zum Graben sowie ausreichend Äste und Zweige zum Benagen. Gut geeignet sind ungespritzte Obstbäume, Haselnuß- oder Heidelbeerbüsche. Frisches, staubfreies Heu sollte als Einstreu und als Futtermittel den ganzen Tag zur Verfügung stehen. Kaninchen benötigen außerdem erhöhte Plätze, um Ausschau zu halten.

 "Kaninchen, die draußen gehalten werden, müssen unbedingt gegen die tödliche Myxamatose und die gefährliche Chinaseuche (RDH) geimpft werden", betont Martina Schnell. Selbstverständlich sollten keine giftigen Pflanzen in erreichbarer Nähe wachsen.
 
Da Kleinsäuger nur innerhalb der eigenen Art kommunizieren können, ist ein artfremdes Tier kein Ersatz für einen Sozialpartner. Will man zwei Tierarten wie zum Beispiel Meerschweinchen und Kaninchen zusammen halten, muss jedes der beiden Tiere mindestens einen Artgenossen haben.
 

Quelle: Pressenachricht von VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
 

 
Joomla SEO by AceSEF