Hamburg, 24.01.2008 - In der Regel gilt ausgeprägter Appetit als Zeichen guter Gesundheit. Bei der gefährlichen Vogelkrankheit Megabakteriose hingegen ist Heißhunger - neben Abmagerung und Durchfall - ein wichtiges Symptom. Tierärzte diagnostizieren diese gefährliche Erkrankung insbesondere bei Wellen- und Nymphensittichen, aber auch bei Unzertrennlichen und Kanarienvögeln.

„Die Vögel sitzen auffallend oft vor dem Futternapf und fressen deutlich mehr und häufiger als es bei ihrem ohnehin schnellen Stoffwechsel normal ist. Trotz ihres gesteigerten Appetits magern sie ab und verhungern letztlich. Erkrankte Tiere sollten deshalb möglichst schnell einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt werden“, erklärt Martina Schnell, Referentin für Heimtiere bei VIER PFOTEN. 

Anders als der Name vermuten lässt, wird die Megabakteriose nicht durch Bakterien, sondern durch den Hefepilz Macrorhabdus ornithogaster verursacht. Erkrankte Tiere leiden unter Schleimhautschäden, die sich auf den gesamten Magen- und Darm-Trakt sowie den Kropf erstrecken können. Die Folgen sind massive Verdauungsstörungen. 

Herkunft und Übertragungswege der Megabakteriose sind noch weitgehend unerforscht. Es wird vermutet, dass infizierte Elterntiere ihre Nestlinge über die Fütterung anstecken. Bei Züchtern ist die Krankheit als „Going-light“-Syndrom („leichter werden“) gefürchtet, vielen Vogelhaltern hingegen ist sie unbekannt. Die Diagnose wird in erster Linie über die mikroskopische Untersuchung einer Kotprobe gestellt. Jedoch lässt sich der Erreger nicht immer nachweisen. 

Die üblichen Medikamente gegen Hefepilze sind in der Regel wirkungslos. Einzig der Wirkstoff Amphotericin B scheint einen gewissen Erfolg zu erzielen. Doch leider gibt es keine Garantie für eine Heilung. Die Verabreichung erfolgt oral. Da die Eingabe durch einen Laien sehr risikoreich ist, sollten die Tiere stationär behandelt werden. 

Allerdings ist die Therapierung dieser Krankheit bisher wenig erforscht und unter Experten umstritten. „Selbst bei erfolgreicher Therapie und abklingenden Symptomen bleibt häufig eine Anfälligkeit des Magen-Darm-Trakts bestehen. Man kann also nur hoffen, dass das eigene Tier nicht an Megabakteriose erkrankt“, sagt Heimtierexpertin Schnell. 

Quelle: Pressemitteilung von Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz
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