Hamburg, 04. März 2008. Jetzt kurz vor Ostern erreicht die Paarungszeit der Feldhasen ihren Höhepunkt. Mit etwas Glück kann man beobachten, wie sich mehrere Häsinnen und Rammler zur Hasenhochzeit auf Wiesen und Feldern treffen und miteinander kämpfen.
Nach dem Werben des Rammlers mit aggressiven Elementen wie Drohen, Aufrichten des Körpers oder Schlagen mit den Vorderbeinen, folgen der Kampf und die Verfolgungsjagd. Zartfühlend geht es bei der Hasenhochzeit nicht zu. „Das besondere ist, dass sich dabei die Rammler gegen die Häsinnen durchsetzen müssen, um Kraft und Stärke zu beweisen“, erklärt Andreas Kinser, Feldhasen-Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. 
                     
 
  
      Foto: Deutsche Wildtier Stiftung/T.Martin
  
 
Die Häsinnen suchen sich die Rammler aus, mit denen sie sich paaren. „Es bleibt jedoch nicht bei der einen Paarung“, erläutert Kinser. Innerhalb kurzer Zeit paart sich die Häsin mehrmals, so dass die Junghasen eines Wurfes unterschiedliche Väter haben können.

 Feldhasen (Lepus europaeus) haben im Laufe ihrer Evolution noch eine weitere Besonderheit entwickelt, um den Bestand zu erhöhen. Häsinnen können während der Tragezeit von etwa 40 Tagen noch einmal trächtig werden. So können sich Embryonen unterschiedlicher Entwicklungsstadien in der Gebärmutter befinden. „Für diese ‚Superfötation’ ist noch nicht einmal eine erneute Paarung notwendig. Die Spermien überleben wochenlang in der Gebärmutter der Häsin“, so Feldhasen-Experte Kinser.

 Dadurch kann sich die Vermehrungsrate, die mit drei bis vier Würfen pro Jahr ohnehin recht hoch ist, noch erhöhen bzw. die Würfe können in kurzer Folge stattfinden.
  

 

 

Quelle: Pressenachricht Deutsche Wildtier Stiftung 

 
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