Findet man um diese Jahreszeit einen Igel, sind selbst eingefleischte Naturliebhaber oft unsicher: Ist mit dem Guten alles in Ordnung oder braucht das Stacheltier dringend Unterstützung?

„Trifft man jetzt Igel tagsüber an, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie Hilfe benötigen“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. „Allerdings muss man schon genau hinsehen. Nimmt man ein fittes Tier vorschnell mit nach Hause, tut man ihm keinen Gefallen“, warnt die Veterinärin. „Außerdem verstößt die Mitnahme von gesunden Igeln gegen das Gesetz“, gibt sie zu bedenken.

Gesunder Igel
(c) Claus Bachmann

Igel sind normalerweise nachtaktiv. Gesunden Igeln begegnet man unter Tags nur, wenn sie durch Lärm oder Unruhe gestört werden. „Kranke Igel kann man daran erkennen, dass sie sich kaum einrollen. Laute Atemgeräusche sind ein Hinweis auf starken Parasitenbefall. Die Augen gesunder Igel stehen glänzend und halbkugelig hervor. Kranke Artgenossen kneifen die Lider zu und die Augäpfel wirken eingefallen, andere kratzen sich häufig“, beschreibt Frau Dr. Hölscher das Erscheinungsbild geschwächter Stacheltiere. Auch starke Durchfälle und Verletzungen sind immer behandlungsbedürftig. Derart auffällige Tiere verbringt der Finder am besten zum Tierarzt, einem Tierheim oder - sofern vorhanden - zu einer Igelauffangstation.

„Gesunden Igeln, die jetzt noch unter 600g wiegen, hilft man am meisten, in dem man sie jeden Abend kräftig füttert“, empfiehlt Frau Dr. Hölscher. Dazu eignet sich Katzenfutter oder, da noch besser auf die Bedürfnisse der Igel abgestimmt, spezielles Igelfutter aus dem Zoofachhandel. Auf diese Weise betreibt der Naturfreund echten Tierschutz, ohne in die biologischen Abläufe schadhaft einzugreifen.

Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. ist eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.


Quelle: Pressemitteilung von aktion tier - menschen für tiere e.V.

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