Dass Raben über ein hohes Maß an Intelligenz verfügen, um komplexe Aufgabenstellungen zu lösen, ist nicht neu. Nun entdeckten Orlaith N. Fraser und Thomas Bugnyar von der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle an der Universität Wien eine erstaunliche Parallele zum Sozialverhalten von Menschen, die sie im Journal „Plos One“ veröffentlichten:

Sie beobachteten in einem Zeitraum von zwei Jahren die Konflikte von 13 jungen, von Hand aufgezogenen Raben (Corvus corax) in der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle. Die Wissenschaftler nahmen insgesamt 152 Auseinandersetzungen und deren Auswirkungen auf das Verhalten der Raben unter die Lupe. Sie unterschieden dabei zwischen Angreifer, Opfer und Unbeteiligten.

Dabei stellten Sie fest, dass der Verlierer eines Konfliktes hinterher oft von den anderen durch Berührungen getröstet wird. Besonders die Raben, die mit dem Opfer auch sonst viel Zeit verbrachten, spendeten diesem nach dem Konflikt Trost. Oft suchte der attackierte Rabe auch von sich aus die körperliche Nähe eines anderen. Je höher das Aggressionslevel des Konflikts war, umso wahrscheinlicher war es, dass das Opfer von seinen Artgenossen getröstet wurde. Solch ein Verhalten kannte man bislang nur von Schimpansen und Bonobos, allerdings scheint dies bei den Raben sogar noch stärker ausgeprägt zu sein.

Die Studienergebnisse implizieren, dass Raben zur Empathie fähig sind.

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